Wissenswertes rund um die Pflege


Pflegestandard

Pflegestandards legen durch messbare Kriterien ein bestimmtes Qualitätsniveau der Pflege fest. Sie sollen nach den International Council of Nurses-Richtlinien zur Standardentwicklung innovative und intelligente Inhalte transportieren, um dem Anspruch eines wirksamen Instruments zur Qualitätsentwicklung gerecht zu werden. Die Festlegung erfolgt durch die Pflegedienstleitung, gelegentlich auch durch dafür von ihr beauftragte Einzelpersonen (z.B. Pflegeexperte, Qualitätsbeauftragter) oder Teams (Stationsleitungsrunde, Qualitätszirkel). Sie haben damit den Charakter und die Verbindlichkeit einer Dienstanweisung.

Pflegestandards definieren damit auch einen bestimmten Leistungsumfang der professionellen pflegerischen Versorgung innerhalb einer Einrichtung (einheitliche Mindestanforderungen, Leistungsbeschrieb oder Dienstgütevereinbarung).

Mit einem Pflegestandard werden einzelne pflegerische Maßnahmen, Handlungen einer/-es professionell Pflegenden an einer zu pflegenden Person beschrieben. Verbesserungen der Richtlinie, z. B. Anpassung an momentane individuelle Bedürfnisse sind darüber hinaus situationsgemäß notwendig.

Weitere Ziele: Vollständigkeit der Vorbereitungen, insbesondere des Materials, Beitrag um Pflegeplanungen und -qualität zu verbessern, zusätzliche Erfordernisse an die Dokumentation der Handlung.

Es sind nicht allgemeine Organisationsrichtlinien oder Pflegepläne in irgendeiner Form gemeint.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Vorlagen, die "komplett" erworben werden können. Die Alternative dazu ist die eigene Entwicklung. Sie sollte nur bei zentralen Problemstellungen stattfinden, weil aufwändig. Der gesamte Standardentwicklungsprozess sollte zur späteren Nachvollziehbarkeit dokumentiert werden.

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Beitrag von Expertenstandards

Ein Expertenstandard ist ein Instrument der Qualitätsentwicklung in der Pflege. Er erklärt, wie Pflegestandards in den einzelnen Einrichtungen des Gesundheitswesens bzw. der Altenhilfe aufgebaut sein sollen/können. Expertenstandards sollen mit wissenschaftlichen Methoden erarbeitet und überprüft werden (evidence based nursing).

In Deutschland arbeitet seit 1999 u.a. ein Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) an der Entwicklung von so genannten Nationalen Expertenstandards. Ihre Entwicklung erfolgt in fünf Schritten: Expertenarbeitsgruppe, Literaturanalyse, Konsensuskonferenz, Implementierung in den Praxisfeldern, Aktualisierung.
Bis Ende 2006 soll eine erste Reihe von fünf Expertenstandards zu den Themen Dekubitusprophylaxe, Entlassungsmanagement, Schmerzmanagement bei akuten und tumorbedingten chronischen Schmerzen, zur Sturzprophylaxe und zur Förderung der Harn-bkl Kontinenz vollständig überprüft vorliegen. Die Methodik orientiert sich an der Entwicklung ärztlicher Leitlinien, die auf der Basis eines Überblicks des wissenschaftlichen Kenntnisstandes, überprüfbarer Therapie-Erfolge und von Experten-Konsens erarbeitet werden (siehe: evidence based medicine / EBM).

Dies ist zu einem großen Teil die Reaktion auf die Entwicklung verschiedenster Pflegestandards in den 1980er und 90er Jahren quer durch die Bundesrepublik. Diese einrichtungsinternen Organisations- und Pflegestandards waren zum Teil im Aufbau und den Aussagen zum selben Thema sehr unterschiedlich. Adelheid von Stösser veröffentlichte 1992 ein Buch zu dieser Situation und der idealtypischen Vorgehensweise bei der Entwicklung von Pflegestandards. Zugleich ist die Nutzung wissenschaftlicher Ressourcen ein Ausdruck der weiteren Professionalisierung der Pflegeberufe.

Kritik an diesem Vorgehen wurde von unterschiedlichsten Standpunkten aus geäußert. Die Kernfrage, wie die Pflegekräfte der einzelnen Einrichtung einen Konsens für ihr konkretes Handeln finden, löste diese bisher eher akademische Debatte um Expertenstandards auf Bundesebene noch nicht. Mit den Expertenstandards wird allerdings ein neuer Weg der Qualitätssicherung in der Pflege beschritten.

Qualitätssicherung und Pflegestandards

Pflegestandards sind ein Element der Qualitätssicherung. Ihr Vorhandensein erfüllt Strukturmerkmale der Pflegequalität. Ihre Anwendung und laufende Aktualisierung entspricht den Prozessanforderungen an die Qualität. Als Ziel sollten sie erreichbare Ergebnismerkmale für Pflegequalität überprüfbar benennen.

Für welche Bereiche können Pflegestandards hilfreich sein?

  • Notfallsituationen
  • Situationen, für die eine umfangreiche Materialbereitstellung erforderlich ist
  • Aufwändige krankheitsbezogene Assistenz (z. B. bei der ärztlichen Diagnostik und Therapie)

Pflegestandards ersetzen in keiner Weise die Ausbildung des Personals oder ein Lehrbuch. Sie sind nur Erinnerungsstützen für bereits ausgebildete bzw. eingewiesene Profis.

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(Quelle: wikipedia, Stand: Juli 2009)